|
Das unnötige Leiden der Galga
"Blanca"
Samstag der 8. Februar 2003 in der
Perrera Velez-Malaga;
Barbara und Rainer suchen die Perrera
auf um zu schauen ob ein bestimmter Hund ( Vermittlungsseite Bonito)
noch dort ist um ihn herauszuholen und zu mir zu bringen.
Fassungslos stehen sie vor einer der
Zellen, ihnen bietet sich ein Bild des Grauens.
Eine ca einjährige, weiße Galga
liegt zitternd und krampfend, vor Schmerz gebogen, auf dem nackten
Beton in Kot und Urin.
Die Hündin ist offensichtlich schwer
verletzt, am Rückgrat hat sie eine faustgroße Fleischwunde, die
Pfoten sind blutig, eines der Hinterbeine ist dick angeschwollen. Der
Hund ist nicht mehr in der Lage sich zu bewegen und/oder aufzustehen
um an Wasser oder Futter zu gelangen.
Blanca in der Perrera
Natürlich ist dieses Zwischenlager der
Tiere am Wochenende ohne Aufsicht, auch ohne eine tierärztliche
Betreuung, trotzdem hat man das Tier dort einfach reingeworfen.
In ihrer Verzweiflung fuhren Barbara und
Rainer zum örtlichen Tierarzt, der zwar nicht zuständig ist, aber
auch nicht die Courage hatte, dort unbürokratisch zu helfen. Aber
wenigstens gab er uns die Telefonnummer der zuständigen Tierärztin,
die allerdings in Malaga (ca 40 km entfernt) lebt und wegen eines
Tieres ihr Wochenende nicht unterbrechen wollte.
Auf den Handynummern der entsprechenden
Behörde und der Tierfänger reagierte niemand.
Am späten Abend gingen Barbara und
Rainer nochmals in die Perrera, der Besitzer des Reiterhofes, auf
dessen Gelände diese Zellen untergebracht sind, meinte nur lakonisch,
dem Hund gehe es gut, er könne nichts tun!
Also schlichen sich Barbara und Rainer
nochmals zu den Zellen, bewaffnet mit etwas Dosenfutter und reichlich
Beruhigungsmittel, was die Hündin auch sofort annahm. Sie legte Ihren
Kopf in die Hand von Barbara, die durch die Gitter reichen konnte, und
Barbara betete dafür, daß der Hund sterben möge solange sie noch
bei ihr sein und Beistand geben kann.
Barbara bringt ihr Futter; Beruhigungsmittel
und Streicheleinheiten...
Zwei schlaflose Nächte folgten und am
Montag konnte ich endlich um 13 Uhr mit den Hundefängern zu der Hündin;
sie war noch immer am Leben, aber der Zustand einfach katastrophal;
die Fleischwunde war fast schwarz, und stank erbärmlich, sie war von
Fliegen belagert. Die Augen waren zurück in ihre Höhlen gefallen und
voller Eiter, ich vermute, daß sie neben den schweren äußeren
Verletzungen auch noch Nieren- und Leberversagen hatte.
Ich stieß bei dem Hundefänger auf sehr
viel Unverständnis, daß ich neben Bonito, nun auch diesen kranken
Hund mitnehmen wollte. Er meinte grinsend, der sei doch schon kaputt,
er sei letzte Woche angefahren worden....
Nachdem ein paar Euro Überzeugungsarbeit
geleistet hatten, half er mir dann sogar noch den Hund auf eine Decke
zu legen und so zum Auto zu tragen.
Blanca im Auto
...auf dem Untersuchungstisch
Obwohl wir alle mit der Diagnose
gerechnet hatten, es war ein trauriges Urteil, das Rückgrat von
Blanca war gebrochen und sie war wohl gelähmt, der Allgemeinzustand
war mehr als erbarmungswürdig und alles was wir noch für sie tun
konnten war, sie zu streicheln und bei ihr zu sein als der Tierarzt
ihr dann die erlösende Spritze gab.
ein Bein ist zertrümmert,
das Rückgrat gebrochen, die Fleischwunde ist
noch die harmloseste Verletzung
wir konnten sie nur noch erlösen lassen...
|