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Leishmaniose, Bericht des WDR aus der Sendung |
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Erst durch den Import von Hunden aus den Mittelmeerländern wurde die Krankheit Leishmaniose in Deutschland ein Thema. Sie gehört zu den so genannten Reisekrankheiten. Leishmaniose ist eine Infektion, die von parasitären Einzellern Leishmanien (Phlebotomus) ausgelöst wird. |
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| Aina, die Colliemischlings-Hündin, die im Beitrag vorgestellt wird, ist ein typisches Beispiel. Obwohl sie in ihrer Heimat Mallorca negativ getestet war, brach die Krankheit in Deutschland aus, im neuen Zuhause, wo Aina sich so wohl fühlt. Ihrer Besitzerin ist Leishmaniose zum Glück bekannt. Sie deutete die ersten Anzeichen richtig, wandte sich an einen Tierarzt, der sich mit Reisekrankheiten auskennt, ließ bei einem kompetenten Labor testen und die richtige Behandlung einleiten. Schon nach einigen Wochen ging es Aina deutlich besser. |
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Hundebesitzer, die den Verdacht haben, ihr Tier könnte infiziert sein, sollten einen Arzt konsultieren, der Erfahrung im Umgang mit Leishmaniose hat. Solange man glaubte, Deutschland sei als Lebensraum für die Schmetterlingsmücke zu kalt, war auch eine Übertragung der Leishmaniose kein Thema: keine Mücke keine Verbreitung der Infektion. Nun sind aber einige Schmetterlingsmücken auch in Deutschland gefunden worden. Und das hat zu Irritationen geführt. Besteht nun auch bei uns die Gefahr, dass infizierte Hunde als Reservoir für die Erreger dienen und die Infektion hier verbreiten? Viele, auch wenig kompetente Artikel im Internet erleichtern es betroffenen Hundebesitzern oder Interessenten kaum, sich zu orientieren. Professor Dr. Kurt Pfister vom Institut für vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität München verurteilt jede Panikmache als überspitzt und unangebracht. Es sei nicht anzunehmen, dass das Verbreitungsrisiko von Leishmaniose durch den Import der Mittelmeerhunde steige. Professor Pfister betont, dass seiner Kenntnis nach die gefundenen Sandmücken einer Art angehören, die Leishmaniose gar nicht übertragen kann. Aber selbst, falls einmal eine andere Art entdeckt wird, bleibt die Tatsache bestehen, dass die winzigen, empfindlichen Schmetterlingsmücken zum Überleben und um heimisch zu werden, eine so hohe Durchschnittstemperatur benötigen, wie sie in Deutschland kaum oder nur an wenigen Orten vorkommt. Schmetterlingsmücken nehmen die Erreger in einem frühen Entwicklungsstadium auf (Amastigoten), die Leishmanien entwickeln sich in ihrem Wirt weiter zu Promastigoten und sind dann erst infektiös. Wissenschaftler bezweifeln, ob Schmetterlingsmücken überhaupt so lange in unserem Klima leben. Und zuletzt, dank der Behandlung mit Glucantime oder Allopurinol, geht die Erregerdichte bei den infizierten Hunden stark zurück. Damit reduziert sich auch die Gefahr, dass beim Stich der Mücke Leishmanien überhaupt aufgenommen werden. Als zusätzliche Sicherung könnten Besitzer infizierter Hunde ihren Tieren das Halsband umlegen, dessen Wirkstoff die Mücke abtötet. Parasitologen, Tropenmediziner und Veterinäre, die sich wissenschaftlich mit Leishmaniose befassen, sehen deshalb die Gefahr, dass es durch Hunde aus endemischen Gebieten zu einer Ausbreitung der Krankheit in Deutschland kommen kann, als sehr unwahrscheinlich an. Unter diesem Aspekt ist es auch nicht unverantwortlich, einen infizierten Hund nach Deutschland zu bringen. Nicht zu vertreten ist allerdings, wenn Tiere ungetestet aus Mittelmeerländern geholt und vermittelt werden. Das ist verantwortungslos gegenüber jedem infizierten Hund, der ohne die richtige Information vielleicht falsch oder gar nicht therapiert wird, und ebenso gegenüber dem neuen Besitzer, der nicht entscheiden konnte, ob er überhaupt ein krankes Tier aufnehmen will. Gefordert ist sachlicher Umgang mit der Krankheit, vernünftige Abwägung, ob ein infizierter Hund in Deutschland eine Chance hat, und ehrliche Aufklärung, bevor er in ein neues Zuhause vermittelt wird. Sachlicher Umgang mit der Krankheit bedeutet aber auch, dass befallene Hunde nicht unnötig eingeschläfert werden. Es ist nur dann erlaubt, einen an Leishmaniose erkrankten Hund zu euthanasieren, wenn er nicht mehr zu therapieren ist und damit von unheilbarem Leiden erlöst wird, keinesfalls aber aus Gründen einer möglichen Verbreitung der Krankheit. Dies wäre ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Professor Pfister: Da würde ich mich ganz vehement gegen verwehren. Es wird immer noch, auch von Amtsveterinären und Tierärzten, behauptet, Leishmaniose sei eine Tierseuche und damit meldepflichtig. Das ist falsch! Es ist in Deutschland genau festgelegt, welche Krankheiten zu den Seuchen zählen Leishmaniose gehört nicht dazu. Professor Pfister sagt es in unserem Beitrag ausdrücklich: Aus amtsärztlicher Sicht gibt es keinen Grund, dagegen vorzugehen. Wer bewusst einen an Leishmaniose erkrankten Hund aufnimmt, weil er einem Tier helfen möchte, oder wer plötzlich damit konfrontiert wird, dass sein Hund infiziert ist, der sollte sich unbedingt von einem Tierarzt beraten lassen. Wichtig ist, dass dieser sich mit Mittelmeerkrankheiten auskennt, mit Fachlabors zusammenarbeitet, sich mit Leishmaniose-Spezialisten notfalls austauscht und die Patientenbesitzer nicht unnötig beunruhigt. |
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Kontaktadressen:
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Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie
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Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
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Tierärztliches Labor Freiburg Medizinisch und Gerichtliche Veterinärklinik |
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Weitere interessante Informationen zum Thema (u.a. zum in diesem Beitrag erwähnten Hundhalsband das so genannte ScaliborÆ Protectorband) finden Sie in folgenden Beiträgen:
… /tv/service/tiere/inhalte/010701_3.html
/tv/service/tiere/inhalte/990502_4.html
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Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der ServiceZeit Tiere suchen ein Zuhause vom 30. März 2003 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt. |